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Lenkdrachen-24

Lenkdrachen fliegt nicht richtig? Ursachen und was hilft

Dreht sich, startet nicht, fällt am Rand herunter? Die häufigsten Probleme mit Zweileinern, ihre Ursachen und was du dagegen tun kannst.

Von Simon Link Veröffentlicht am 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Fast immer steckt eine von drei Ursachen dahinter: ungleich lange Leinen, eine verstellte oder schief eingestellte Waage oder der Wind selbst, also zu wenig, zu viel oder verwirbelt hinter Bäumen und Häusern. Prüfe diese drei Punkte in dieser Reihenfolge, bevor du am Drachen etwas veränderst.

Übersicht: acht Probleme beim Lenkdrachenfliegen mit der jeweils häufigsten Ursache und der passenden Lösung
Die acht häufigsten Probleme auf einen Blick

Vor dem Start: drei Minuten Kontrolle

Viele Probleme entstehen schon am Boden. Into the Wind empfiehlt vor jedem Flug eine kurze Kontrolle: Alle Stäbe sitzen ganz in ihren Verbindern, die Waageschnüre sind nicht verdreht und beide Leinen hängen an der richtigen Seite.

Die Leinenlänge prüfst du so: Befestige beide Leinenenden an einem Pflock oder Baum, geh mit den Griffen oder Schlaufen ans andere Ende und zieh beide gleichzeitig straff. Liegen die Griffe nicht genau nebeneinander, ist eine Leine länger. Leinen dehnen sich mit der Zeit, deshalb lohnt die Kontrolle auch nach einigen Flügen noch einmal.

Zeichnung: Beide Leinen sind an einem Pflock befestigt, die Person zieht beide Griffe gleichzeitig straff und vergleicht, ob sie auf gleicher Höhe liegen
Leinen an einem Pflock befestigen und beide gleichzeitig straff ziehen

Die acht häufigsten Probleme

1. Der Drache startet nicht oder fällt sofort zurück

Meist fehlt Wind. Geh ein paar Schritte rückwärts, damit der Drache Fahrt bekommt, oder lass ihn von einer zweiten Person leicht hochwerfen. Prüfe auch, ob er richtig steht: Nase oben, die bespannte Vorderseite zeigt zu dir. Wie der Start Schritt für Schritt geht, steht in unserer Anleitung zum Drachen steigen lassen.

Stehst du nah an Bäumen oder Häusern, kommt der Wind verwirbelt an. Als Faustregel gilt ein Abstand vom Siebenfachen der Hindernishöhe. Into the Wind empfiehlt außerdem rund 45 m freie Fläche in Windrichtung und zu beiden Seiten.

2. Er zieht dauernd zu einer Seite oder dreht sich

Das klassische Zeichen für ungleich lange Leinen. Der Drache verhält sich dann so, als würdest du an der kürzeren Leine ziehen, und dreht in diese Richtung. Leinen wie oben beschrieben prüfen. Stimmen sie, sieh dir die Waage an: Sitzt der Zugpunkt auf einer Seite höher als auf der anderen, fliegt der Drache unberechenbar. Auch ein Stab, der nicht ganz im Verbinder steckt, verzieht das Segel.

3. Er übersteuert und dreht sich unkontrolliert

Meist sind die Lenkbewegungen zu groß oder zu ruckartig. Lenke mit kleinen Bewegungen aus den Unterarmen statt mit den ganzen Armen. Bleibt das Problem, kann der Zugpunkt der Waage zu weit hinten sitzen. Wie du ihn verstellst, erklären wir im Ratgeber Waage einstellen.

4. Er fällt am Rand des Windfensters herunter

Am Rand des Windfensters hat der Drache kaum noch Kraft. Fliegst du zu weit hinaus, reißt die Strömung ab. Zieh dann beide Hände gleichzeitig zurück oder geh ein paar Schritte rückwärts und lenke den Drachen zurück Richtung Mitte. Am Rand nur kleine Lenkbewegungen machen.

5. Er ist zu schnell oder zieht zu stark

Der Wind liegt dann vermutlich über dem Windbereich deines Drachens. Flieg am Rand des Windfensters statt in der Mitte, dort zieht er weniger. Wird es nicht besser, lieber landen: Ein Drache an der oberen Windgrenze ist schwer zu kontrollieren und bricht bei Abstürzen eher.

Wichtig bei einem drohenden Absturz: nicht an den Leinen ziehen. Zurückziehen macht den Drachen schneller. Geh stattdessen ein paar Schritte auf ihn zu, dann kommt er langsamer auf.

6. Er flattert und fliegt unruhig

Unruhiger Flug hat oft mit dem Wind zu tun: Böen oder Verwirbelungen hinter Hindernissen. Such dir eine freiere Stelle. Flattert der Drache auch bei gleichmäßigem Wind und zieht dabei kaum, empfiehlt Into the Wind, den Zugpunkt der Waage etwas nach hinten zu setzen.

7. Er reagiert träge und fliegt weite Kurven

Auch hier hilft laut Into the Wind ein Zugpunkt, der etwas weiter hinten sitzt. Eine zweite Ursache sind dehnbare Leinen: Polyesterleinen geben deutlich mehr nach als Dyneema, nach Angaben von Into the Wind bis zum Reißen etwa 15 gegenüber 4 Prozent. Jede Lenkbewegung kommt dadurch verzögert beim Drachen an.

8. Die Leinen sind verdreht

Verdrehte Leinen stören den Flug kaum, solange es nur wenige Umdrehungen sind. Zähl beim Fliegen mit und dreh sie wieder heraus, indem du die gleiche Zahl an Loopings in die Gegenrichtung fliegst.

Wenn gar nichts hilft

  • Waage auf die Markierung ab Werk zurückstellen.
  • Drachen bei 3 bis 4 Bft auf freier Fläche testen, nicht bei Grenzwind.
  • Gebrochene Stäbe oder gerissene Waageschnüre ersetzen, bevor du weiterfliegst.

Häufige Fragen

Warum dreht sich mein Lenkdrache immer nach links?

Meist ist die linke Leine kürzer. Befestige beide Leinen an einem Pflock und zieh die Griffe gleichzeitig straff, dann siehst du den Unterschied. Stimmen die Leinen, die Waage auf beiden Seiten vergleichen.

Bei wie viel Wind lernt man am besten?

Mit einem Lenkdrachen bei 3 bis 4 Bft, wenn sich dünne Zweige bewegen. Darunter fällt der Drache schnell herunter, darüber zieht er stark und reagiert hektisch.

Kann ich die Waage selbst einstellen?

Ja. Wichtig ist, die Ausgangsposition vorher zu markieren und beide Seiten gleich weit zu verschieben. Die Anleitung steht im Ratgeber Waage einstellen.

Quellen

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