Lenkdrachen-Tricks lernen: Stall, Axel, Fade und mehr
Die ersten Tricks mit dem Zweileiner Schritt für Schritt: Stall, Side Slide, Axel und Fade, dazu Turtle, Lazy Susan, Backspin und Cascade als nächste Ziele.
Kurz gesagt
Fang mit dem Stall an. Den Drachen sauber anzuhalten ist die Grundlage fast aller Tricks. Danach folgen Landen aus dem Stall, Side Slide, Axel und Fade. Du brauchst einen Trickdrachen, leichten und gleichmäßigen Wind von etwa 2 bis 3 Bft und rund 45 m freien Platz in Windrichtung und zu den Seiten. Die beiden wichtigsten Begriffe: Pop, ein kurzer Ruck an der Leine, und Slack, die lockere Leine direkt danach.

Bevor du anfängst
Du solltest Kurven und Loopings in beide Richtungen sicher fliegen und den Drachen kontrolliert landen können. Für Tricks eignet sich ein leichter Trickdrachen. Manche Modelle lassen sich deutlich leichter axeln als andere. Übe alle Tricks von Anfang an in beide Richtungen.
Beim Wind gehen die Empfehlungen auseinander: Gomberg nennt für das normale Fliegen 4 Bft perfekt und 2 bis 3 Bft sehr gut für Einsteiger. Für Tricks raten erfahrene Flieger zu leichtem Wind, weil der Drache dann leichter stehen bleibt. Into the Wind nennt rund 30 m als übliche Leinenlänge.
Pop und Slack
Pop ist ein kurzer, schneller Ruck an einer oder beiden Leinen, der dem Segel den Wind nimmt. Slack ist die lockere Leine, die du direkt danach gibst, indem du die Arme nach vorn bringst oder einen Schritt auf den Drachen zugehst. Ohne Slack baut der Drache sofort wieder Zug auf und der Trick bricht ab. Bei den meisten Tricks ist das Geben von Slack schwieriger als der Pop.

Die Grundlagen
Stall
Beim Stall hältst du den Drachen mit einem kurzen Ruck an. Er steht dann mit der Nase nach oben fast still in der Luft. Nach der Definition im Trick-Glossar von Reed Design mindestens 2 Sekunden lang.
- Flieg waagerecht durch das Windfenster.
- Stoß eine Hand nach vorn, damit der Drache steil nach oben dreht.
- Zieh kurz zurück, damit er gerade steht.
- Schieb beide Hände nach vorn und geh einen Schritt auf den Drachen zu, damit er stehen bleibt.
Laut Gomberg müssen diese Bewegungen fast gleichzeitig kommen. Bei wenig Wind reichen kleine Bewegungen, bei mehr Wind braucht es größere. Bei mehr Wind fällt der Stall am Rand des Windfensters leichter, weil der Drache dort weniger Zug hat.
Landen aus dem Stall
Stall den Drachen knapp über dem Boden und geh nach vorn, bis er auf den Flügelspitzen steht. Alternativ fliegst du ihn tief an den Rand des Windfensters, bis er keinen Auftrieb mehr hat.
Side Slide
Der Drache gleitet seitwärts durchs Windfenster, die Nase zeigt senkrecht nach oben, die Flügelspitzen liegen waagerecht. Er verliert dabei kaum Höhe. Geübt wird er meist aus dem Stall heraus: Der Drache steht aufrecht und wird dann seitwärts durchs Fenster geführt, während du mitgehst.
Axel
Der Axel ist eine flache Drehung um 360 Grad. Der Drache kippt aus dem Stall auf den Bauch, die Nase zeigt zu dir, er dreht sich einmal flach herum und steht danach wieder mit der Nase oben. Am schönsten ist er tief und flach in der Mitte des Windfensters.
- Drachen vollständig stallen.
- Die Nase leicht nach vorn kippen lassen.
- Mit einer Hand kurz rucken (Pop), dann beide Arme nach vorn bringen und ein paar Schritte auf den Drachen zugehen.
- Warten, bis die Drehung durch ist, und erst dann wieder Zug geben.
Ein Ruck mit der rechten Hand dreht den Drachen gegen den Uhrzeigersinn, mit der linken im Uhrzeigersinn. Zum Lernen ist der Rand des Windfensters einfacher, weil dort ein sanfter Ruck reicht.
Typische Fehler: Steht der Drache vorher nicht richtig, wickelt sich die Leine um eine Flügelspitze. Gibst du nach dem Ruck zu wenig Leine, kippt der Drache zwar flach, dreht aber nicht ganz herum.
Half Axel
Mit dem Half Axel kehrst du die Flugrichtung um. Aus dem waagerechten Flug kippt der Drache auf den Bauch, dreht sich um 180 Grad und fliegt genau in die Gegenrichtung weiter.
Fade
Beim Fade schwebt der Drache auf dem Rücken: Bauch nach oben, die Nase zeigt zu dir, die Leinen laufen über die Leitkante. Er soll dabei ruhig liegen, ohne zu kippen.
Es gibt mehrere Wege hinein. Reed Design nennt zum Beispiel einen Axel, der in der Hälfte in den Fade übergeht, oder einen Start aus dem Fade direkt vom Boden. Die Hauptschwierigkeit ist auch hier, nach dem Ruck genug lockere Leine zu geben, damit der Drache auf dem Rücken liegen bleibt.
Die nächsten Ziele
Turtle
Der Drache liegt auf dem Rücken wie beim Fade, aber die Nase zeigt von dir weg und die Leinen laufen über die Hinterkante.
Lazy Susan
Eine Drehung um 360 Grad aus der Turtle heraus. Die Leinen bleiben dabei über der Hinterkante. Voraussetzung ist also eine sichere Turtle.
Backspin
Drehungen aus dem Fade heraus, bei denen die Leinen über der Leitkante bleiben. Laut Reed Design gehören mindestens drei Drehungen dazu. Voraussetzung ist ein sicherer Fade.
Cascade
Mindestens drei Half Axels hintereinander, die Richtung wechselt jedes Mal. Der Drache sinkt dabei Stück für Stück nach unten. Ein Ziel für später, wenn der Half Axel sicher sitzt.
Sicherheit
- Rund 45 m frei in Windrichtung und zu beiden Seiten, ohne Menschen und Hindernisse.
- Zuschauer stehen am sichersten hinter dir.
- Carbon-Gestänge leitet Strom: Abstand zu Stromleitungen halten und einen hängengebliebenen Drachen nie selbst herunterholen.
Passende Vergleiche
Häufige Fragen
Welchen Trick sollte ich zuerst lernen?
Den Stall. Fast alle anderen Tricks beginnen damit, dass der Drache kurz still steht. Danach Side Slide und Axel.
Bei welchem Wind lernt man Tricks am besten?
Bei leichtem, gleichmäßigem Wind, etwa 2 bis 3 Bft. Dann bleibt der Drache leichter stehen. Böiger Wind macht das Lernen schwer.
Kann ich mit einem Einsteigerdrachen Tricks fliegen?
Einfache Tricks wie Stall und Side Slide gehen mit vielen Einsteigerdrachen. Für Axel und Fade ist ein leichter Trickdrachen deutlich einfacher. Modelle im Trickdrachen-Vergleich.
Quellen
- Reed Design: Kite Trick Glossary, Stall
- Reed Design: Side Slide
- Reed Design: Axel
- Reed Design: Half Axel
- Reed Design: Fade
- Reed Design: Turtle
- Reed Design: Lazy Susan
- Reed Design: Backspin
- Reed Design: Cascade
- Gomberg Kite Productions: Stunt Kite Manual 1 (PDF)
- Gomberg Kite Productions: Stunt Kite Manual 6 (PDF)
- KiteLife: Welcome Back to Class
- KiteLife: Snap Stall Help
- KiteLife: Low wind flying and working on fades
- Wardley: Axel lernen
- Into the Wind: Stunt Kites 101
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